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Aufbau und Ausbau von Strukturen im Gesundheitswesen

Aufbau und Ausbau von Strukturen im Gesundheitswesen

Da AGET e. V. sowohl sehr eng mit dem Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg als auch mit dem Universitätsklinikum Marburg (UKGM) verbunden ist, liegt ein wesentlicher Schwerpunkt der Vereinstätigkeiten im Aufbau von Strukturen im Gesundheitswesen und in Aus- und Fortbildung von einheimischem Klinikpersonal.
Dabei liegt unser Hauptaugenmerk auf der Unterstützung von Kliniken in ländlichen Gebieten am Kilimanjaro.
Als Partner vor Ort in Tansania kooperieren wir eng mit dem Partnerverein „Touch Campaign” bzw. mit dem  „Faraja Health Care Center“ in Himo.
In Marburg arbeiten wir zusammen mit dem Verein Technical Transfer Marburg e. V. (TTM).
Durch diese Kooperationen wollen wir sicherstellen, dass nur funktionstüchtiges Equipment nach Tansania gesendet wird, das dort dann nach fachgerechter Einweisung auch zum Einsatz am Menschen kommt ohne Schaden anzurichten.
Das „Faraja Health Care Center“ ist ein Krankenhaus in Himo, das durch Dr. Samwel Minja aufgebaut und geleitet wird. Es hat aktuell 28 Betten und bietet aktuell für ca. 2.000 Patienten pro Monat eine Krankenversorgung an.
Nach Abschluss der aktuellen Baumaßnahmen wird das Krankenhaus 110 Betten haben und entsprechend mehr Menschen medizinisch versorgen können.

 

Die häufigsten Krankheitsbilder die im Faraja Health Care Center behandelt werden sind:

 

  • Tuberkulose
  • Lungenentzündungen
  • HIV & AIDS
  • Unfälle (v.a. Verkehrsunfälle)
  • gynäkologische Erkrankungen und komplizierte Geburten
  • Malaria
  • Durchfälle
  • Andere Infektionserkrankungen
Aber leider auch zunehmend Erkrankungen wie:
  • Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Suizide

 

Aktuell plant AGET e.V. in enger Kooperation mit Touch Campaign einen Ultraschallkurs, der für sieben Kliniken aus der Region angeboten wird.
Der Ultraschallkurs wird an handlichen und sehr robusten Geräten, die für dieses Einsatzgebiet optimal geeignet sind, durchgeführt werden. Einige der Geräte werden anschließend in den Besitz unseres tansanischen Partnervereins Touch Campaign übergehen, der die Geräte gegen eine geringe Gebühr, an die Krankenhäuser verleihen wird.
Die ersten zwei, eher allgemein gehaltenen Abschnitte des insgesamt dreiteiligen Kurses werden von mehreren im Ultraschall sehr erfahrenen Professoren und Dozenten in der zweiten Jahreshälfte 2017 abgehalten. Es werden insgesamt ca. 15 tansanisch Ärzte an dem einwöchigen Intensivkurs teilnehmen können. Anschließend werden die Teilnehmer in einer Übungsphase ihre erlernten Fähigkeiten einsetzen und ihre Befunde standardisiert dokumentieren. Bevor der dritte Kursteil dann ein Jahr später auf die ersten Beiden aufbauend stattfinden wird, werden die dokumentierten Befunde in Marburg im Rahmen einer Doktorarbeit ausgewertet werden.
Der dritte spezielle Teil des Kurses wird sich dann explizit an den Bedürfnissen, die durch die Auswertung der Dokumentation deutlich geworden sind, ausrichten.

 

Ein weiterer Themenschwerpunkt von AGET e. V. wird der Aufbau eines funktionierenden und simplen Rettungswesens in der Region sein.
Es ist geplant, einen geländetauglichen Rettungswagen nach Tansania zu bringen. Dort erarbeiteten wir gemeinsam mit Dr. Minja ein Konzept, wie solch ein Rettungswagen möglichst effektiv für die Bevölkerung eingesetzt werden kann.

 

Die Projekte werden neben dem Dekan des Fachbereichs Medizin, Herrn Prof. Helmut Schäfer und dem ärztlichen Direktor Herrn Prof. Harald Renz, von einem Großteil der Marburger Chef- und Oberärzte unterstützt. Durch diese Expertise erhoffen wir uns einen maximalen Erfolg für unsere Entwicklungsarbeit.
Ebenso bieten wir interessierten Studierenden die Möglichkeit eine Famulatur in Tansania zu absolvieren oder ggf. die Möglichkeit einer spannenden Promotion.

 

Jedes Mitglied, das durch AGET e. V. zu einem Einsatzort gesandt wird, sollte  eine strukturierte kurze Fortbildung zum Thema Entwicklungshilfe und kulturelle Hintergründe absolvieren. Denn ein Grundverständnis für die Probleme vor Ort und den kulturellen Kontext sind die unabdingbare Grundlage für den auf gegenseitigem Respekt basierenden Austausch, auf den AGET e. V. höchsten Wert legt.

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